Stichwort „Differenzierung“
Die Lauftechnik eines jeden ist so individuell, dass man sicher nicht von „der Lauftechnik“ sprechen kann sondern schon eher von „der Lauftechnik für eine bestimmte Person“. Meist hat sich eine Art zu laufen so festgesetzt, dass man diese nur schwierig wieder ändern oder „optimieren“ kann. Warum sollte man auch? Laufen tun wir doch alle jeden Tag. Warum sollte eine Technik fürs‘ Laufen nötig sein? Die Antwort ist vielfältig. Zum einen kann mit einer verbesserten Lauftechnik gesundheitlichen Schäden vorgebeugt werden, die beispielsweise durch einen Laufstil zustande kommen, der sich sehr stark auf Vorder- oder Hinterfuß konzentriert. Zum Anderen kann die gesamte Laufbewegung so ökonomisiert werden, dass man weitaus weniger Energie benötigt um eine gleiche Strecke zu absolvieren. Daraus resultiert dann natürlich auch eine bessere Endzeit über die entsprechende Distanz. Der Begriff „Laufschule“ stammt aus der Leichtathletik und wird vordergründig im Sprint angewandt, macht jedoch, zum Beispiel im Rahmen des Konzeptes des „Differenziellen Lernens“ durchaus auch im Bereich Langstreckenlauf Sinn.
Differenzielles Lernen
Vereinfacht dargestellt spricht man vom „Zerbrechen einer eingefahrenen Technik“, wie etwa einem Laufstil, gefolgt von einer Trainingsphase, in welcher Aspekte aus verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise dem Sprinttraining, einfließen. Nach dieser Trainingsperiode erfolgt dann wieder ein reguläres Training, das unter den neuen körperlichen Voraussetzungen abläuft. Zunächst ist also eine Leistungsminderung, mittel- und langfristig jedoch eine Steigerung festzustellen.
Der Körper bedient sich im weiteren Trainingsverlauf der erweiterten Palette an Bewegungsmöglichkeiten und baut sich selbst eine neue Lauftechnik zusammen, die in sich nun auch variabler ist und sich äußeren Einflüssen besser adaptiert.
Möchte man beispielsweise die Technik von Beinbewegung und Fußaufsatz optimieren, so könnte man, unter der Verkürzung der Schrittlänge, Übungen aus der Laufschule in das Training einfließen lassen und die Schrittlänge nach der Trainingsphase wieder verlängern. Natürlich ist das ein langfristiger Prozess, der vor allem dazu dienen sollte einer Stagnation im mittleren bis oberen Leistungsbereich entgegen zu wirken.
Laufschule
Die Laufschule beschreibt eine Vielzahl koordinativer Übungen rund um das Laufen. Die Laufschule findet Anwendung im Sprinttraining der Leichtathleten. Durch Imitieren und übertriebenes anwenden von Teilbewegungen wird letztendlich die Gesamttechnik optimiert. Beispiele hierfür sind:
Beispiele
- Kniehebelauf
- Anfersen
- Skippings
- Hopserlauf
- Prellhopser
- Einbeinsprünge
- Beidbeinige Sprünge
- Sidesteps
- Steigerungen
- Stechschritt
Varianten
- Hürdentechnik (Hindernisse)
- Varianten vor- und rückwärts
- Varianten mit Armarbeit
- Kombinationen der Elemente
- Verbindung der Elemente mit einem kurzen Antritt
- Nutzen einer „Koordinationsleiter
Insbesondere die Wahl des individuellen Zieles ist enorm wichtig um ein permanentes Training aufrecht zu halten. Wenn ich nicht mehr weiß, warum ich etwas mache, warum soll ich es dann eigentlich fortsetzen? Also benötige ich Vorsätze, die ich kurz-, mittel- und/oder langfristig auslege. Kurzfristig könnte beispielsweise eine Teilzeit geringfügig verbessert werden, mittelfristig eine Halbmarathondistanz ohne Pause absolviert werden und langfristig eine Marathonstrecke bei einem bestimmten Marathon-Event vorbereitet werden.






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